Zugfahrt nach Kyoto und Köstlichkeiten
Heute sind wir mit dem Shinkansen nach Kyoto gedüst. Zugfahren in Japan ist wirklich faszinierend: Alle paar Minuten rauscht ein Shinkansen mit knapp 400 km/h vorbei, die Abfahrten sind auf die Sekunde genau und die Sitze bequemer als bei uns in der 1. Klasse. Das Beste: Niemand muss rückwärts fahren – alle Sitze sind in Fahrtrichtung ausgerichtet. Am Bahnsteig gibt es Markierungen, die ganz genau anzeigen, wo die Tür des gebuchten Wagens stehen bleibt – kein Drängeln, kein Chaos. Und im Zug selbst ist es erstaunlich ruhig: Niemand telefoniert laut, es gibt keine lärmenden Gruppen oder betrunkene Partys – man hört fast nur das leise Surren der Schienen.
Die Kehrseite dieser Ordnungsliebe dürfen wir dann auch gleich erfahren. Als wir aus dem Shinkansen aussteigen, suchen wir uns eine Ecke am Ende des Bahnsteigs und schrauben die Räder wieder zusammen. Nach ca. 25 Minuten sind wir endlich fertig und unsere Räder stehen abfahrbereit vor uns. Da kommt eine Bahnhofsmanagerin auf uns zu und teilt uns mit, dass wir die Räder ausschließlich im auseinander gebauten Zustand aus dem Bahnhof bewegen dürfen. Unsere Bitte die Räder doch einfach rausschieben zu dürfen wird nicht erhört. Unter der Aufsicht zweier Mitarbeiter müssen wir tatsächlich die Räder wieder komplett auseinander bauen, aus dem Bahnhof tragen und dürfen sie erst draußen zusammen bauen. Den Japanern scheinen Prinzipien und Regeln heilig zu sein, es wird keinen Millimeter von ihnen abgewichen, auch wenn sie manchmal sinnlos erscheinen.
Endlich fertig, rollen wir die ersten Meter in Japan auf unseren Rädern. Hier in der Stadt wird entspannt gefahren und trotz Linksverkehr fühlen wir uns sehr sicher.
Unser Bed & Breakfast befindet sich in einem bezaubernden, traditionellen Haus und wir werden wie immer lächelnd und höflich empfangen. Am Nachmittag radeln wir noch zum Nishiki Markt und gönnen uns ein paar lokale Köstlichkeiten.


























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